Bäume und Baumschutz

Baum-PrivatgrundstueckWie schon mehrfach auf diesen Seiten angesprochen, hat man die besondere Bedeutung der Bäume auch für das menschliche Wohlbefinden längst erkannt. Gerade in den dicht bewohnten Städten brauchen wir die Bäume als Sauerstoff-Spender und Luftfilter - und als ein Stück Naturerlebnis vor unseren Haustüren.

In Gelsenkirchen - und nicht nur hier - sind Bäume deshalb unter Schutz gestellt. Alle Bäume, auch die auf privaten Grundstücken.

Die in der Baumschutzsatzung zusammengestellten Regeln sollen verhindern, dass gesunde Bäume gefällt oder nach Gutdünken des Grundstückseigentümers unsachgemäß zurückgeschnitten werden.

Als ein „rechtssicheres Instrument des Umweltschutzes zur dauerhaften Sicherstellung der Grünsubstanz unserer Stadt“ schränkt die Baumschutzsatzung den Eigentümer eines Grundstücks tatsächlich in seinen Eigentumsrechten ein.
Das geschieht aber zum Wohl der Allgemeinheit, denn ausreichend viele gesunde Bäume mehren das Wohl aller, das hier vor die Interessen des Eigentümers gestellt wird.

Durch die Baumschutzsatzung soll verhindert werden, dass Bäume aufgrund geringer Beeinträchtigungen wie Laub- und Fruchtfall, Verschmutzung, Lichtmangel, hochgedrücktes Pflaster o. Ä. willkürlich gefällt werden.
Nach guter fachlicher Beratung lassen sich solche „Mängel“ nämlich häufig auch durch kleinere Eingriffe beheben.
So genügt es oftmals schon, einige wenige Äste zu entfernen, ohne dabei das Kronenbild des Baumes zu zerstören - und schon sind die Lichtverhältnisse wieder ausreichend.
Gegen störendes Laub in der Dachrinne helfen Auffanggitter, die verhindern, dass die Blätter in die Abflussrohre gelangen können.
Laub- und Fruchtfall sind natürliche Ereignisse, die von einem Grundstückeigentümer entschädigungslos hinzunehmen sind - wenn sie nicht ohnehin als willkommene Vitaminanreicherungen den Speiseplan ergänzen.

Unter die Baumschutzsatzung der Stadt Gelsenkirchen fallen alle Bäume, die einen Stammumfang von mindestens 80 cm (bei mehrstämmigen Bäumen 50 cm) aufweisen, gemessen in einem Meter Höhe oberhalb des Erdbodens.
Nicht unter Schutz stehen Obstbäume, (mit Ausnahme von Walnuss- und Esskastanienbäumen) , Pappeln und Birken.
Die Satzung gilt für Bäume innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs von Bebauungsplänen.

Häufig ist der Baum auch Stein des Anstoßes an der Gartengrenze. Als junger Baum in unmittelbarer Nähe zum Gartenzaun gepflanzt, gibt er oft erst Jahre oder Jahrzehnte später Anlass zu Auseinandersetzungen.

Um sich rechtzeitig vor solchen Streitigkeiten zu schützen, sollten Sie Ihre Rechte kennen. Einzelheiten hierzu sind im Bürgerlichen Gesetzbuch und im Nachbarrechtsgesetz Nordrhein-Westfalen geregelt.
Auch auf Bauleit- und Baugenehmigungsverfahren nimmt die Baumschutzsatzung Einfluss, wenn es um vorhandenen und schützenswerten Baumbestand geht. Bisweilen reichen aber schon geringfügige Änderungen der Bauplanung aus, und wertvoller Baumbestand kann erhalten bleiben.

Schließlich regelt die Baumschutzsatzung auch Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume. Durch eine gute und gezielte Beratung wird die Anpflanzung von standortgeeigneten Gehölzen gefördert.
Bei größeren Baumaßnahmen werden gemeinschaftlich mit Architekten und Bauherren Begrünungskonzepte erstellt.

Anträge zur Fällung eines Baumes oder für einen Eingriff in den Kronenbereich stellen Sie bitte mit unserem
für Sie vorbereitetem Vordruck. Diesen erhalten Sie hier.

Die Baumschutzsatzung haben wir Ihnen hier zum Download bereit gestellt. 

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: steht auf Ihrem Grundstück eine Platane, könnte diese von der Massaria-Krankheit befallen sein.
Nähere Info gibt es hier, in unserer Broschüre zu diesem Thema.
Hilfe bei Fragen zur Baumsicherheit bekommen Sie bei der Landwirtschaftskammer .
Gartenbaubetriebe finden Sie u. a. hier, im Stadtbranchenbuch oder in den gelben Seiten.