Pressemeldung vom 31.05.2012


Gelsendienste informiert über Gefährdung durch Massaria-Krankheit an Platanen - Verkehrssicherungspflicht privater Grundstückseigentümer

In vielen Städten Deutschlands macht sie in den letzten Jahren von sich hören: Die Baumkrankheit "Massaria" befällt Platanen, die durch die Pilzerkrankung wegen abbrechender Äste zum Sicherheitsrisiko werden. In Gelsenkirchen sind etwa 30 Prozent der Straßenbäume befallen.
„Splanchnonema platani“ heißt der kleine Pilz, der die Platanen befällt. Die Pilzerkrankung ist für die Bäume nicht tödlich. Bei befallenen Ästen verfärbt sich im Anfangsstadium die Rinde rötlich-violett, bei längerer Befallsdauer kommt es auf der Oberseite nahe dem Astansatz zu einem streifenförmigen Absterben der Rinde. Oft befindet sich auf der Rinde ein schwarzer Belag, der durch die Sporen des Pilzes gebildet wird. Darunter kommt es zu einer sehr raschen Holzzersetzung und in relativ kurzer Zeit zum Astbruch. Durch die so herabgesetzte Statik des Astes entsteht insbesondere bei langen, schlanken Ästen erheblich vermehrter Astbruch. Besonders tückisch ist, dass die befallenen Stellen zumeist nur von oben sichtbar sind.

Von den rund 6790 Platanen auf städtischem, bebautem  Gebiet in Gelsenkirchen sind etwa 30 Prozent, also 2034 Bäume befallen. Am stärksten sind Straßenbäume betroffen, was eine erhebliche Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit darstellt und entsprechende Maßnahmen erfordert. Gelsendienste hat daher die Kontroll- und Pflegerhythmen bei den Platanen deutlich verkürzt.


Die befallenen Bäume werden drei- bis viermal jährlich mit dem Hubsteiger kontrolliert, da ein eindeutiger Befund nur von oben möglich ist. Wird ein gesunder Platanenbestand etwa alle drei bis fünf Jahre beschnitten, so muss bei den befallenen Platanen je nach Witterung drei- bis viermal im Jahr das Totholz entfernt werden. Darüber hinaus werden die Bäume verstärkt zurückgeschnitten, unter Anwendung diverser Schnitttechniken. Unter Umständen wirkt sich der erforderliche Rückschnitt wiederum negativ auf die Statik des Baums aus. In Fällen, in denen sich trotz mehrfach wiederholter Schnittmaßnahmen der Pilz nicht eindämmen lässt, müssen Einzelbäume daher gefällt werden. In solchen Fällen wird ein neuer Baum gepflanzt, einschließlich Bodenaustausch und Standortsanierung.

Doch all die genannten Maßnahmen führt Gelsendienste natürlich nur bei den verkehrsrelevanten Platanen auf städtischem Boden durch. Viele Platanen befinden sich aber in Gelsenkirchen auf Privatgrundstücken. Oft stehen sie nicht in abgeschlossenen privaten Gärten, sondern in Lagen, die verkehrsrelevant sind. Hier liegt die Verkehrssicherungspflicht bei jedem Grundstückseigentümer. Der Eigentümer haftet also für die Schäden, die beispielsweise durch fallende Äste seiner Platanen an fremdem Eigentum oder schlimmstenfalls an Personen entstehen.  

Deshalb raten Gelsendienste privaten Grundstückseigentümern dringend, ihren Platanenbestand regelmäßig kontrollieren und beschneiden zu lassen. Sind Bäume stark befallen und müssen gefällt werden, müssen gemäß der Baumschutzsatzung Fällanträge gestellt werden. Diese wird Gelsendienste möglichst kurzfristig prüfen. Wenn ein Baum, der gefällt werden soll, eine Gefahr darstellt, ist übrigens keine Ersatzpflanzung nötig. 
GELSENDIENSTE hat zu dem Thema Massaria-Krankheit an Platanen eine Broschüre erstellt.